Hallo, ich bin Martin Böhnert



Ich bin Philosoph an der Universität Kassel. Ich arbeite hauptsächlich im Feld der theoretischen Philosophie. Meine Forschungsinteressen umfassen die Philosophie der Tierforschung, Philosophie und Popkultur sowie Plausibilität als Argumentationsmuster im Kontext wissenschaftlicher Tatsachen. Nebenbei gestalte ich seit einigen Jahren Plakate und Buchumschläge und moderiere verschiedene Veranstaltungsformate.

Martin Boehnert

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Universität Kassel

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Aktuell


Der Artikel "'Other minds than ours': a controversial discussion on the limits and possibilities of comparative psychology in the light of C. Lloyd Morgan’s work" ist jetzt in History and Philosophy of the Life Sciences erschienen. Beitrag weiterlesen

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Forschung



 Philosophie der Tierforschung 

Philosophie der Tierforschung Cover

Die Tierphilosophie ist eines der lebendigsten Felder der Gegenwartsphilosophie. Im Mittelpunkt stehen bislang maßgeblich die Frage nach der anthropologischen Differenz  und die Themenfelder der Tierethik. Mein Forschungsinteresse richtet sich hingegen auf die naturwissenschaftliche Erforschung tierlicher Fähigkeiten, insbesondere kognitiver und mentaler Leistungen. Hierbei interessiert mich der breitere Kontext dieser Tierforschung, inklusive der ontologischen Hintergrundannahmen, der konzeptionellen Bestimmung der Fähigkeiten, die methodischen Forschungsverfahren und die phänomenologische Erfassungen der zu untersuchenden Tiere. Die jeweilige Bestimmung dieser Aspekte stellen Kenngrößen der methodologischen Signatur spezifischer Forschungsprogrammen dar. Dieses Themenfeld ist nicht nur Gegenstand meines Dissertationsprojektes, im Kontext dieser Forschung bin ich Mitglied einer Arbeitsgruppe am Schwerpunkt Integrative Biophilosophie der Universität Kassel und gebe seit 2016 gemeinsam mit Kristian Köchy (Kassel) und Matthias Wunsch (Ulm) die Buchreihe »Philosophie der Tierforschung« (Karl Alber Verlag) heraus. Letztlich schlägt sich dieses Forschungsfeld auch in meinen Lehrveranstaltungen nieder.


 Plausibilität 

Plausibilität spielt sowohl im Alltag als auch in allen Wissenschaftskulturen eine gewichtige Rolle - ob implizit oder explizit. Auffällig ist jedoch, dass es keiner spezifisch geschulten Kompetenz oder der Vermittlung eigenständiger Fähigkeiten bedarf, um einen Sachverhalt als "plausibel" zu beurteilen.

Gemeinsam mit dem Linguisten Paul Reszke habe ich unter dem Titel »Linguistisch-philosophische Untersuchungen zu Plausibilität« ein Modell des typischen Sprachgebrauchsmusters erarbeitet. Dieses Muster haben wir hypothetisch auf möglichst vielfältige Wissenschaftsbereiche übertragen und auf seine Anwendbarkeit zur allgemeinen Beschreibung wissenschaftlicher Umbruchsprozesse hin überprüft, angefangen bei historischen Beispielen bis zur Gegenwart und darin insbesondere dem wechselseitigen Verhältnis zwischen Laienwissen, Fachwissen und den dazwischen vermittelnden Medien.

Wir gehen davon aus, dass sich in den vielschichtigen und flexiblen Verwendungen von plausibel ein implizites Argumentations- und Denkmuster widerspiegelt, mit dem Wissen sowohl gefestigt als auch hinterfragt werden kann. Mit diesen Wissensdynamiken einhergehend wird entsprechend auch der Status wissenschaftlicher Tatsachen immer wieder neu zur Disposition gestellt: Was gilt unter welchen Bedingungen als plausibel oder nicht?

Wir konnten diesem Forschungsinteresse bereits in verschiedenen Kontexten nachgehen, so etwa mit Blick auf die Rolle von Visualisierungsformen als Plausibilisierungsstrategie von wissenschaftlichen Befunden.

 

"Es gibt interessanterweise wenig Literatur zum Begriff der Plausibilität, obwohl er im Alltag eine wichtige Rolle spielt. Eine grundlegende Abhandlung zum Begriff und seiner Verwendung siehe Böhnert und Reszke."


Renn, Ortwin (2017): Zeit der Verunsicherung. Reinbek: Rowohlt.


 Philosophie und Popkultur 

Binge Thinking Cover

Die fiktionalen Welten der Popkultur erlauben uns Gedankenexperimente, mit denen wir das Alltägliche entfremden und unsere eigene „Realität“ auf intuitive Weise reflektieren und schärfer sehen können. Sie faszinieren uns und wir entdecken „das Realistische“ darin, trotz all ihrer offenkundigen Abweichungen von unserem Alltagswissen. Wissenschaftliche Theorien können uns dabei helfen, diese diffusen Eindrücke begrifflich greifbar zu machen und die Gründe für unsere Faszination offenzulegen. Umgekehrt können popkulturelle Welten einen ersten und attraktiven Zugang zu diesen Theorien für Laien bieten und so ihrer Vermittlung dienen.


Gemeinsam mit dem Linguisten Paul Reszke arbeite ich seit 2014 regelmäßig zu diesem Themengebiet. Für ein von uns konzipiertes interdisziplinäres Projektseminar wurden wir 2016 mit dem Lehrinnovationspreis der Universität Kassel ausgezeichnet. Derzeit arbeiten wir an der Herausgabe eines Sammelbandes mit dem Titel »Binge Thinking – Untersuchungen im Wechselspiel zwischen Wissenschaften und Popkultur«.


Publikationen



 Aufsätze & Artikel 

mit Hilbert, Christopher (2018): “Other minds than ours” – A controversial discussion on the limits and possibilities of comparative psychology in the light of Lloyd Morgan’s work. In: History and Philosophy of the Life Sciences, 40(3), 27.07.2018, doi: 10.1007/s40656-018-0211-4 (Online auch verfügbar via humanities-commons und academia)

 

Three Guys And A Girl In Space. Genderkonstruktion in den Sci-Fi Animes Captain Future, Saber Rider und Cowboy Bebop. In: Milevski, Urania; Reszke, Paul; Woitkowski, Felix (Hrsg.): Gender und Genre. Populäre Serialität zwischen kritischer Rezeption und geschlechtertheoretischer Reflexion. Würzburg: Königshausen & Neumann, S. 317-335. (Online verfügbar via humanities-commons und academia)

 

mit Woitkowski, Felix (2018): Stereotype, alltägliche Unorte und der letzte Dreck. Naive Kammer-Reflexionen im Tatortreiniger. In: Milevski, Urania; Reszke, Paul; Woitkowski, Felix (Hrsg.): Gender und Genre. Populäre Serialität zwischen kritischer Rezeption und geschlechtertheoretischer Reflexion. Würzburg: Königshausen & Neumann, S. 215-237.

 

mit Kranke, Nina (2018): Riot Grrrl Primatology. Über Forscherinnen, Feminismus und feministische Wissenschaften. In: Wunsch, Matthias; Böhnert, Martin; Köchy, Kristian (Hrsg.): Philosophie der Tierforschung. Bd. 3: Milieus und Akteure. Freiburg: Karl Alber, S. 325-374. (Online verfügbar via humanities-commons und academia)

 

mit Köchy, Kristian; Wunsch, Matthias (2018): Philosophie der Tierforschung. Milieus und Akteure. In: Wunsch, Matthias; Böhnert, Martin; Köchy, Kristian (Hrsg.): Philosophie der Tierforschung. Bd. 3: Milieus und Akteure. Freiburg: Karl Alber, S. 9-25. (Online verfügbar via humanities-commons und academia)

 

mit Köchy, Kristian; Wunsch, Matthias (2016): Philosophie der Tierforschung. Kulturelle und ethische Dimensionen methodischer Tier-Mensch Interaktionen. In: Köchy, Kristian; Wunsch, Matthias, Böhnert, Martin (Hrsg.): Philosophie der Tierforschung. Bd. 2: Maximen und Konsequenzen. Freiburg: Karl Alber, S. 9-25. (Online verfügbar via humanities-commons und academia)

 

mit Hilbert, Christopher (2016): C. Lloyd Morgans Canon. Über den Gründervater der komparativen Psychologie und den Stellenwert epistemischer Bedenken. In: Böhnert, Martin; Köchy, Kristian; Wunsch, Matthias (Hrsg.): Philosophie der Tierforschung. Bd. 1: Methoden und Programme. Freiburg: Karl Alber, S. 149-183.

 

mit Köchy, Kristian; Wunsch, Matthias (2016): Philosophie der Tierforschung. Die methodologische Signatur von Forschungsprogrammen. In: Böhnert, Martin; Köchy, Kristian; Wunsch, Matthias (Hrsg.): Philosophie der Tierforschung. Bd. 1: Methoden und Programme. Freiburg: Karl Alber, S. 9-21. (Online verfügbar via humanities-commons und academia)

 

mit Reszke, Paul (2015): Linguistisch-philosophische Untersuchungen zu Plausibilität: Über kommunikative Grundmuster bei der Entstehung von wissenschaftlichen Tatsachen. In: Engelschalt, Julia; Maibaum, Arne (Hrsg.): Auf der Suche nach den Tatsachen: Proceedings der 1. Tagung des Nachwuchsnetzwerks "INSIST", 22./23.10.2014, Berlin. SSOAR, S. 40-67, urn:nbn:de:0168-ssoar-455901

 

mit Köchy, Kristian (2015): Nützlichkeit und Selbstdarstellung in der Natur. In: Der Blaue Reiter. Journal für Philosophie, 20/36 (04.2015), S. 51-55.

 

(2014): (K)ein Gefühl für Sprache. Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Erforschung von Sprache bei Primaten. In: Langlotz et al. (Hrsg.): SprachGefühl. Interdisziplinäre Perspektiven auf einen nur scheinbar altbekannten Begriff. Frankfurt am Main: Lang, S. 85-104.

Philosophische Arbeitgeräte

 Herausgeberschaften 

mit Wunsch, Matthias; Köchy, Kristian (2018): Philosophie der Tierforschung. Bd. 3: Milieus und Akteure. Freiburg: Karl Alber.

 

mit Köchy, Kristian; Wunsch, Matthias (2016): Philosophie der Tierforschung. Bd. 2: Maximen und Konsequenzen. Freiburg: Karl Alber.

 

mit Köchy, Kristian; Wunsch, Matthias (2016): Philosophie der Tierforschung. Bd. 1: Methoden und Programme. Freiburg: Karl Alber.

 Rezensionen 

mit Hilbert, Christopher (2016): Nachschlag zu Tier und Mensch: Sammelrezension zu Ferrari, Adriana; Petrus, Klaus (Hrsg.): Lexikon der Mensch-Tier-Beziehungen; Borgards, Roland (Hrsg.): Tiere: Kulturwissenschaftliches Handbuch. In: Zeitschrift für Kulturphilosophie 2016/2, S. 413-417.

 

(2013): Rezension zu Schulte v. Drach, Markus: Mythos. In: Biospektrum. Magazin für Biowissenschaften, 19/5 (09.2013), S. 582-583. (Online verfügbar via Bio-Spektrum)

 

(2013): Rezension zu Ingensiep, Hans Werner: der kultivierte Affe. In: Biospektrum. Magazin für Biowissenschaften, 19/2 (03.2013), S. 226-227.


Vorträge



Powerpoint Presentation

24.01.2018

Universität Kassel

»Superheroes, Private Dicks and the female Gaze – Netflix’ Jessica Jones und der weibliche Blick auf männliche Genres«, Interdisziplinäre Vortragsreihe: Gender & Genre 3  Populäre Serialität zwischen kritischer Rezeption und geschlechtertheoretischer Reflexion
17.07.2017
Universität Zürich, (Schweiz)
»'It was so beautiful it had to be true' – Visualisierungsformen als Plausibilisierungsstrategie von wissenschaftlichen Tatsachen« (gemeinsam mit Paul Reszke, Kassel), Internationale Tagung VisuHu 2017: Visualisierungsprozesse in den Humanities - Linguistische Perspektiven auf Prägungen, Praktiken, Positionen
15.11.2016
evangelische Tagungsstätte Hofgeismar
»Wie wissen wir, ob Tiere denken? Methodologische Signaturen in der kognitiven Verhaltensforschung«, Tagung des Geistes- und Kulturwissenschaftlichen Promotionskollegs der Universität Kassel
08.07.2016
Universität Kassel
»Von Menschen und anderen Tieren«, Campusfest im Campus Center
03.05.2016
Universität Kassel
»Gender und Essentialismus im Film: Eine Diskussion zum Film 'Ex-Machina'« (gemeinsam mit Felix Woitkowski, Kassel), Veranstaltungsreihe der IAG Frauen- und Geschlechterforschung
18.11.2015
Universität Kassel
»Männlichkeiten, alltägliche Unorte und der letzte Dreck. Naive Kammer-Reflexionen im 'Tatortreiniger'« (gemeinsam mit Felix Woitkowski, Kassel), Interdisziplinäre Vortragsreihe: Gender & Genre 2  Populäre Serialität zwischen kritischer Rezeption und geschlechtertheoretischer Reflexion
28.04.2015
Università degli Studi di Padova, (Italien)
»Morgan’s Canon. Misinterpretations, Anthropomorphisms and epistemic Virtues« (gemeinsam mit Christopher Hilbert, Kassel), 2nd Int. Biophilosophical School: Living Nature in Question
14.01.2015
Universität Kassel
»Captains, Sheriffs, Cowboys and a Woman in Sapce – Genderkonstruktion in drei Jahrzehnten Sci-Fi Animes«, Interdisziplinäre Vortragsreihe: Gender & Genre  Populäre Serialität zwischen kritischer Rezeption und geschlechtertheoretischer Reflexion
25.11.2014
Kunsthochschule Kassel
»Speaking with Apes - Experimental Designs in Behavioral Biology«, Salon Universitas – Art-Science-Conversations
23.10.2014
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
»Plausibilität – linguistisch-philosophische Untersuchungen«  (gemeinsam mit Paul Reszke, Kassel), Tagung des Interdisciplinary Network for Studies Investigating Science and Technology (INSIST): Auf der Suche nach den Tatsachen –Interdisziplinäre Perspektiven auf die Materialität, Vielfalt und Flüchtigkeit wissenschaftlichen und technischen Wissens
13.11.2013
Universität Kassel
»Chatting with Chimps – Possibilities and Impossibilities of Researching Ape Language«, 1st Int. Biophilosophical School: Of Animals and Men

Lehre



Auswahl vergangener Lehrveranstaltungen:

 

Denkende Tiere? Epistemologische, ontologische und methodische Probleme
Philosophie in der wirklichen Welt – Eine Einführung in die Philosophie von John Searle
Wissenschaftsforschung – Eine Einführung in die Arbeiten von Bruno Latour
Wunder, Beweise und Tatsachen – Wissenschaft und Philosophie
Plausibilität – Philosophisch-linguistische Untersuchungen
Linguistik und Philosophie vs. Popkultur
Philosophie und Performance
Descartes' »Meditationen«
Platons »Politeia«
Lehre Martin Boehnert

Grafikdesign



Zunächst aus pragmatischer Notwendigkeit heraus bringe ich mein Hobby der Grafikgestaltung zunehmend in den professionellen Alltag ein und entwickle so seit 2011 in regelmäßiger Unregelmäßigkeit Plakate und Buchumschläge. Hier ist eine Auswahl verschiedener Arbeiten für den universitären Bereich.

(Abb. 1-4: Ankündigungen von Veranstaltungen der Arbeitsgruppe Integrative Biophilosophie (2014-2017), Universität Kassel; Abb. 5-12: Ankündigungen Vorlesungsreihe Gender & Genre (2014, 2015, 2017), Universität Kassel; Abb. 13, 14: Ankündigung Ausstellung wiss. Poster (2014, 2016), Universität Kassel; Abb. 15-17: Umschlaggestaltung Buchreihe Philosophie der Tierforschung (2016, 2018), Karl Alber Verlag; Abb. 18-20: Umschlaggestaltung Buchreihe Physis (2012), Karl Alber Verlag.)

Lebenslauf



 2016      Lehrinnovationspreis der Universität Kassel für das Projekt "Linguistik & Philosophie VS. Popkultur", gemeinsam mit Paul Reszke
seit 2014   Mitglied des Advisory Board der philosophischen Fachzeitschrift Animot
seit 2013   Doktorand am Institut für Philosophie der Universität Kassel und Mitglied des Geistes- und Kulturwissenschaftlichen Kollegs „GeKKo“
2012-2017    Mitglied des LOEWE-Schwerpunkts "Tier - Mensch - Gesellschaft: Ansätze einer interdisziplinären Tierforschung" der Universität Kassel
seit 01/2012   wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie, Fachgebiet Theoretische Philosophie (Prof. Dr. Dr. Kristian Köchy) der Universität Kassel
seit 2012   verschiedene Moderationstätigkeiten bei universitären, politischen und kulturellen Veranstaltungen
seit 2011   Grafische Gestaltung von Veranstaltungsplakaten im universitären Bereich sowie Buchumschlägen (Karl Alber-Verlag)
2011-2014   Teilnahme an diversen Veranstaltungen zur wissenschaftlichen Öffentlichkeitsarbeit und Wissenstransfer, u. a. in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und UniKasselTransfer
seit 2011   Mitglied des Nachwuchsforschernetzwerkes "CLAS" (Cultural and Literary Animal Studies) der Julius-Maximilians- Universität Würzburg
2007-2011   Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes
2005-2011   Magistertudium der Philosophie, Germanistik und Politikwissenschaft an der Universität Kassel und der Columbia University, New York