Climate Thinking

Climate Thinking wurde 2019 als Projekt durch Felix Böhm, Paul Reszke Murat Sezi und mir initiiert. Bereits 2020 wurde es als Lehr- und Forschungsschwerpunkt des Fachbereichs Geistes- und Kulturwissenschaften der Universität Kassel verankert. Seit 2022 besteht Climate Thinking als IAG (Interdisziplinäre Arbeitsgruppe). Aktuell arbeiten 17 Promovierende und Post-Docs in der IAG des Graduiertenprojekts.

 

Climate Thinking begreift und analysiert komplementär zu naturwissenschaftlich geprägten Forschungstraditionen Phänomene wie Klima und Umwelt in ihrer sprachlichen Beschaffenheit und kulturellen Bedingtheit. Dabei ist das Projekt nicht an den Forschungslogiken und -methoden einzelner Disziplinen ausgerichtet, sondern nimmt Diskurse zur Klimakrise und Konzeptionen von Nachhaltigkeit anhand dreier miteinander verwobener Zugänge in den Blick: Ausgehend von der Annahme, dass die verhandelten Phänomene von komplexen – da gesellschaftlichen, kulturellen, ökologischen, ökonomischen, politischen, technischen, wissenschaftlichen – Zusammenhängen bedingt sind, sollen jene Verflechtungen in den Blick genommen werden, in denen über diese gesprochen, von ihnen erzählt  und über sie nachgedacht  wird.

 

Wir verstehen die stetige Ausweitung und Komplementierung unseres Methodeninventars als einen notwendigen Prozess, um diejenigen Verflechtungen der Denk- und Lebensgewohnheiten erschließbar zu machen, die die Problemkomplexe Klimakrise und Nachhaltigkeit in ihrer gesamtgesellschaftlichen Einbettung konstituieren.

 

Zu unseren bisherigen Zugängen zählen Diskurslinguistik, Erkenntnistheorie, Kulturanthropologie, Medienlinguistik, Ökofeminismus, Post Colonial Studies, Science and Technology Studies, Sprachdidaktik, Umweltethik, Umweltgeschichte, Wissenschaftsgeschichte und -philosophie.

 

(Bild: Climate Thinking ist derzeit Teil der Ausstellung Wissensspeicher (Universität Kassel), die im Begleitprogramm der documenta fifteen stattfindet.)